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    Generation geiler Kaffee Header

    xx 2022

    Generation geiler Kaffee

    Für eine wachsende Zahl kleiner Spezialitäten-Röstereien kommt normal nicht in die Tüte. Sie feilen, tüfteln und bauen in ehemaligen Industrie- und Handwerkshallen an der Kaffeebohne 2.0 – einem Stoff, der vom Farmer bis zum Verbraucher neue Wege geht.
    Ein Streifzug durch die Republik. Vom Chiemgau über Köln in den hohen Norden, vor die Tore Bremens. Zu Röstern und Rösterinnen, für die der Kaffee eine Therapie ersetzt hat. Die ihn mit der Muttermilch aufgesaugt haben. Und die den Kaffee schon beinahe zur Raketenwissenschaft erklärt haben.

    Baruli Kaffeerösterei

    Draußen rauscht das kleine Flüsschen Traun vorbei. Drinnen singt die Band Radiohead aus dem Radio lautstark eine Hymne auf die Andersartigkeit – und stimmt damit den Soundtrack für diese Geschichte an. Baruli-Gründer Ulrich Niedermaier ist Quereinsteiger und Geradeausdenker. Er war nicht immer Kaffeeröster: in einem früheren Leben war er Kameramann und Fernsehredakteur.

    Er hatte Arbeitgeber wie das ZDF und Burda. Große Namen, aber auch großer Druck. „Mit 28 hatte ich die erste Gesprächstherapie“ erzählt er. „Ich bin einmal hingegangen und meinte: Ne danke. Ich weiß schon, was ich tue“. Da hatte ihn der Kaffee ereilt, wie er es nennt: bei Dreharbeiten in einer Kaffeerösterei wusste er plötzlich, was er werden will. Also hat er den Kaffee-Sommelier gemacht, die Barista-Ausbildung – und schließlich den großen, überfälligen Schritt.

    „Manchmal hat man doch so Momente im Leben, wo es ganz klar ist – das ist es jetzt. Ich nenn das Quantenmoment.“ Der Kaffee war so einer für Uli. „Da gibt’s dann auch kein Halten.“ Sein Traum war schon immer der einer eigenen Marke. Also hat er den Barista Uli im Namen Baruli verewigt.

    Seine Herstellungshalle war früher Mühle, Sägewerk, Schreinerei und jetzt Rösterei. Schon immer Handwerk. Und schon immer Heimat. Aufgewachsen ist Uli im Nachbardorf. Das prägt. Er versteht sich als Kaffeenahversorger. Für regionale Einzelhändler, Mittelständler vor der Haustür, Büros. „Man muss nicht meinen, man muss ganz Deutschland versorgen.“ Halb Chiemgau reicht Uli auch.

    Natürlich freue er sich, wenn jeder den Weg zum handgemachten Produkt findet. Aber eben nicht um jeden Preis: „Es ist zwar schön, einen Kaffee nach Hamburg zu schicken. Aber stolz macht es mich, wenn die umliegenden Firmen ein regionales Produkt bei uns einkaufen. Das ist der Sinn: die Wertschöpfung hier zu lassen. So sehe ich den Kreislauf“.

    Baruli Kaffeerösterei

    Ursprünglich hatte Uli eine ganz andere Idee: eigene, kleine Röstmaschinen vertreiben.

    Sein Steckenpferd sind Röstungen für Vollautomaten, sein Betriebsgeheimnis Temperatur und Zeit.
    „30 Sekunden entscheiden da über Himmel und Hölle“ sagt Uli. Er schwärmt von einer schönen Konstanz in seiner Röstung und erzählt von der Profilsteuerung: diese eine Kurve, die sie hier bei Baruli immer wieder nachrösten können. Digitalisierung sei Dank. Die entsprechende Software war früher den großen Industrieröstern vorbehalten. „Sowas hatten wir am Anfang nicht. Dann machst du halt Blindflug.“ Für seine ersten Kaffees schäme er sich heute, erzählt er lachend. „Dass ich das je verkauft hab. Das würde ich jetzt neverever mehr ins Regal stellen.“ Aber jetzt ist jetzt. Und jetzt sind seine Kunden sehr zufrieden. „Wenn du erreicht hast, dass die Leute sagen: Es ist nicht billig, es ist gut - dann hast du alles richtig gemacht. Weil guter Kaffee kostet Geld.“ Hat aber laut Uli auch einen unbezahlbaren Nebeneffekt:

    „Das ist das Geile am Kaffee: Du hast immer gute Gespräche. Es ist ein total positiv behaftetes Produkt“.

    Ulrich Niedermaier

    Im Ursprung stammt dieses Produkt bei Baruli aus 12 Ländern. „Du kannst zwar nicht für jeden Sack vor Ort sein – wir versuchen aber, Direct Trade einzukaufen.“ Ob nun in Afrika, Indonesien oder Lateinamerika. Da klingt Fernweh mit und Sehnsucht. Denn die Reisen in die Ursprungsländer liegen für Uli schon zu lange zurück. Corona- und familienbedingt: Der 41-jährige hat 2 Kinder. Die von ihren Freunden in Schule und Kita einfach nur „die Barulis“ genannt werden.



    Kaffeerösterei de koffiemann

    Ortswechsel. 800 Kilometer nördlich in Lilienthal bei Bremen. Erste Überraschung: de koffiemann ist gar kein Mann. Bevor Cornelia Dotschat Geschäftsführerin ihrer eigenen Kaffeerösterei wurde, war sie Geschäftsstellenleiterin einer Bank. Es ging ihr dort nie ums Verkaufen, immer ums Begleiten. Das Bestmögliche für den Kunden rausholen. Das hat sie sich bewahrt. Heute ist es nicht mehr die Bank, sondern die Bohne. Ihr Weg führte von der Kreissparkasse zum Kaffee. Genauer: zurück zum Kaffee. Denn den hat sie schon mit der Muttermilch bekommen. Ihr Vater war und ist Kaffeehändler. Von ihm hat Conny nicht nur das Talent geerbt, sondern auch den Firmennamen geborgt: „De koffiemann ist der Spitzname meines Vaters in der Kaffeebranche.“ Ein bisschen flämisch, ein bisschen platt, Übersetzung überflüssig.

    Kaffeerösterei de koffiemann

    Echtes Dreamteam: Conny und Heradin. Sein Vorstellungsgespräch fand auf einer Wiese statt.

    Die Firma des Vaters ist direkt nebenan. Auch für ihn röstet Conny ab und an. „Dann bin ich im wahrsten Sinne seine Tochtergesellschaft“, lacht sie und erzählt von einer Kaffee-Kindheit. Zum Sandkuchen auf dem Spielplatz gab es echte Bohnen. „Meinen ersten Kaffee hatte ich schon mit 4 oder 5 intus. Mit vielen Sandkörnern dazwischen.“ Dann wurde sie auch schon mal zum Verkosten dazu genommen. „Weil Kinder mit ihren untrainierten Zungen Bitterstoffe viel schneller rausschmecken,“ erinnert sie sich. Angefangen hat de koffiemann Conny dann 2009. Mit 600 Kilo im Jahr aus der Garage heraus. Mit kleinen Kunden und großem Klinkenputzen.

    2011 wurde aus Teilzeit dann fulltime. Von Anfang an dabei: Jens – ihr Röstmeister, Produktionsleiter, Prokurist, IT-Manager, rechte und linke Hand. Ebenfalls ein Kaffeekind. Sein Vater: eine Koryphäe in der Branche. Und dann war und ist da noch Heradin Bayrak, der hier schon seine Ausbildung gemacht hat. Offiziell zum Bürokaufmann – aber eigentlich zum koffiemann. Heute hat er sein eigenes Vertriebsteam.

    Das Unternehmen ist breit aufgestellt. Ob Kaffee für Siebträger, Vollautomat oder Filterkaffee. „Das einzige was wir nicht haben, ist löslicher Kaffee“, lacht Heradin. Sie sind hier schon von Natur aus bodenständig. Und damit erfolgreich. „In den letzten 10 Jahren ging es uns gut“ erzählt Conny. Sogar in der Krise. „Wir hatten Glück, weil wir zufällig rechtzeitig unseren Online-Shop fertig hatten.“ Glück, das man sich erarbeiten muss. „Ich versuche, die Rösterei wie einen Stuhl auf 4 Beine zu stellen, statt auf 2. Und wenn Krisen kommen, muss man eben die Segel schnell setzen“. Da spricht die Hanseatin, die Optimistin, die Reisende.

    „Wenn man in den Ursprungsländern sieht, welche großartigen Entwicklungen vor Ort stattfinden. Weil wir den Kaffee dort schon zu besseren Preisen einkaufen.“ Besser für den Farmer. Und in der Konsequenz auch besser für Conny: „Das beflügelt mein Herz“. Und das wiederum erzeugt Wertschätzung. Für die Farmer, für den Kaffee, für die Kunden und für die Mitarbeiter.

    Aus dieser Haltung heraus entstand 2016 eine eigene Linie. Die sortenreinen Projektkaffees. Nach dem Motto: Tue Gutes und lass den Kaffee davon erzählen. „Das ist uns wichtiger als irgendein Siegel auf der Tüte selbst“. Warum der ganze Aufwand? Weil die Liebe den Geschmack macht, ist Conny überzeugt:

    „Alles, was Wertschätzung erfährt, schmeckt man und spürt man“.

    Cornelia Dotschat

    „Wir sind so unterwegs, dass wenn das Karma zurückschlägt, es uns nicht trifft“ sagt sie. Und erzählt von Kenia. Beim ersten Besuch bestand die Schule aus Lehmwänden und löchrigem Wellblechdach. Die Schüler mussten den Unterricht im Stehen verbringen. Dank kleinen Unternehmen wie de koffiemann und großen Ideen wie dem Projektkaffee hat sich das geändert: die Schule ist jetzt aus Stein gebaut, mit richtigen Schultafeln. Und mit Stühlen. Das ist der Mindestpreis für Conny. Und man merkt deutlich: es geht längst nicht mehr um die Fußstapfen des Vaters, in die sie getreten ist. Sondern vielmehr um die Spuren, die sie selber hinterlässt.



    Heilandt Kaffeemanufaktur

    Weiter geht die Kaffeereise nach Köln. Zur Heilandt Kaffeemanufaktur. „Heiße Ware“ steht auf den Kartons, eine Spiegelkugel schwebt von der Decke. Herstellung und Ausschank gehen fließend ineinander über. Im angeschlossenen Café herrscht Hochbetrieb. Zum Kaffee gibt es Bananenbrot, veganen Schokokuchen – und den Blick auf den Röster. Auch da drin Hochbetrieb.

    Kaffeerösterei de koffiemann

    Die Rösterei war ursprünglich das Lager. Und der Startpunkt ein kleines Café.

    So originell wie der Firmenname klingen auch die Kaffeesorten: Orang-Utan, Liebelein, Tor 5. Alles außer gewöhnlich. Ein TV-Koch bestellt. Und das Sternerestaurant Neobiota. Wir treffen Moritz Eylandt - Namenspate von Heilandt und einer von 4 Freunden, die das Unternehmen gegründet haben und trotzdem Freunde geblieben sind. „Am Anfang haben wir uns überhaupt keine Gedanken gemacht, wo Kaffee herkommt. Für uns kam der aus Hamburg.“ Als der dort eines Tages ausverkauft war, haben sie sich reingefuchst. In Verträge, Verfügbarkeiten, Zwischenhändler. Und sich gefragt: macht das nicht vielleicht Sinn, das anders zu machen?

    Dafür haben sie auch die deutsche Siegeltreue hinterfragt. Sich gegen Fair Trade und für Direct Trade entschieden. „Mit einer gewissen Größe hatten wir die Möglichkeit, diesen Markt neu aufzurollen, neu zu beschreiten und vor allem: alles selber zu machen.“ Weil alle vier das Gefühl hatten, nur so dauerhaft wirklich gute Qualität zu bekommen.

    „Der große Nachhaltigkeitstrend spielt uns jetzt natürlich in die Karten. Das war aber gar nicht geplant. Eigentlich wollten wir nur etwas Gutes für uns machen und für diejenigen, die den Kaffee herstellen.“

    Moritz Eylandt

    Dass die Welt jetzt auch außerhalb des Kaffeekosmos‘ nachhaltiger denkt – für Heilandt ein schöner Nebeneffekt: „So sehen wir das wertgeschätzt, was wir hier tun“.

    Heute geht Heilandt so weit, dass sie in manchen Ländern den Kaffee sogar vorfinanzieren und am Anfang der Ernte 40-50% bezahlen. Wovon der Farmer wiederum Setzlinge und Mitarbeiter bezahlen kann. Das gibt dem Kaffeebauern Sicherheit und Planbarkeit – und dem Kaffeebusiness eine ganz andere Tonart.Wie ernst es ihnen mit dieser Haltung ist, zeigt der Heilandt Transparenzbericht. Darin kann jeder nachlesen, wer wieviel in der ganzen Kaffeekette verdient.

    Und auch beim Geschmack betreiben sie viel Aufklärungsarbeit. Indem sie die Wahrnehmung der Menschen schärfen und sie erstmal alles vergessen lassen, was sie über Kaffee gedacht und mitgebracht haben. „Denn wenn Menschen sich nur darauf konzentrieren, was sie da schmecken – dann geht’s los“ schwärmt Moritz.



    Moritz Eylandt


    „Wir wollen einfach, dass beim Kaffee jeder Mensch eine Schippe an Qualität drauflegen kann“. Oder eingießen, in dem Fall. „Und da sind wir bei WMF und dem Vollautomaten“. Früher waren sie bei Heilandt skeptisch. Das hat sich aber über die Jahre geändert. „Weil sich auch die Qualität in diesem High End Bereich rasant entwickelt hat. Jetzt kann der Geschmack, den ein Vollautomat erzeugen kann, das repräsentieren, was wir von unserem Kaffee erwarten.“ Das hört man in Geislingen gern. Wie auch die Komplimente der anderen beiden Spezialisten.

    Cornelia Dotschat


    „Wir hatten in der Gastronomie schon immer mit WMF zu tun“ erzählt Conny von de Koffiemann. „Und wir lieben und schätzen die Maschinen.“ Und ihr Vertriebsleiter Heradin ergänzt: “Ich habe da deutschlandweit sehr gute Erfahrungen gemacht. Egal, wo eine Maschine steht - mit einem Anruf ist der Techniker sofort da. Für uns ist es natürlich wichtig, dass unser Kaffee vernünftig aus dem Vollautomaten kommt.“ Denn das ist nicht zuletzt Einstellungssache. „Und da ist WMF wirklich sehr weit vorne.“

    Ulrich Niedermaier


    Und auch im Chiemgau ist man voll des Lobes: „Wenn ich Anfragen für Vollautomaten haben, mache ich es eigentlich immer über WMF. Die sind da gut aufgestellt. Auch mit einem geilen Servicenetz.“ Das ist für einen wie Uli entscheidend. Dass er sich nicht um die Maschine kümmern muss. „Weil wir machen Bohne, weißt?“ sagt er in seinem herrlichen Beckenbauer-Bayrisch und erzählt dann: „Ein WMF-Techniker war früher sogar bei mir Röster. Der Erwin. Und jetzt - schraubt er WMF Kaffeemaschinen.“

    Info-Hub

     

    Heilandt Kaffeemanufaktur
    Gründung: 2010
    Tonnen pro Jahr: 70
    Mitarbeiter: 25
    Anbaugebiete: 8 Länder
    Sorten: 22

    Mehr Informationen zu Heilandt Kaffeemanufaktur finden Sie hier

    Kaffeerösterei de koffiemann
    Gründung: 2009
    Tonnen pro Jahr: 160
    Mitarbeiter: 20
    Anbaugebiete: 19 Länder
    Sorten: 18

    Mehr Informationen zu Kaffeerösterei de koffiemann finden Sie hier

    Baruli Kaffeerösterei
    Gründung: 2014
    Tonnen pro Jahr: 70
    Mitarbeiter: 10
    Anbaugebiete: 12 Länder
    Sorten: 31

    Mehr Informationen zu Baruli Kaffeerösterei finden Sie hier


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